© christian-colista - Fotolia.com

Urlaub im Ruhrgebiet – mehr als nur Bergbau

Das Ruhrgebiet liegt in Nordrhein-Westfalen und hat eine Fläche von 4.435 Quadratkilometern. Als dicht besiedelte Region ist es die größte von Deutschland und die fünftgrößte Europas. Der Fluss Ruhr am südlichen Rand der Region hat dem Ruhrgebiet den Namen gegeben. Die heute Oberzentrum genannten Regionen wurden bereits im Mittelalter gegründet und lagen am westfälischen Hellweg, die heutige Struktur erreichten sie im 19. Und 20. Jahrhundert. Auch das Umland ist sehr dicht besiedelt und gilt als Ballungsraum.

Die Grenzen sind nicht genau festgelegt, weil es sich bei dem Begriff Ruhrgebiet um keine offizielle Verwaltungsbezeichnung handelt. Früher haben einzelne Eisenhütten die Kerne der Industrialisierung gebildet. In den ca. 200 Jahren des Bergbaus haben im Ruhrrevier etwa 3200 Zechen existiert. Seit 1957 hat ein Strukturwandel stattgefunden und in Folge dessen hat das gewinnende und produzierende an Bedeutung verloren. Heute haben 37 große deutsche Unternehmen ihren Sitz im Ruhrgebiet.

Auf rund 7.000 Quadratkilometern leben über zehn Millionen Menschen. Dies ist nicht zuletzt wegen der Großstädte im westlichen Teil, die mehr und mehr zusammenwachsen. Dazu gehören die Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg oder Essen und noch etliche andere. Das Ruhrgebiet wird in erster Linie mit der Kohle in Verbindung gebracht. Sie wurde auch schon im 13. Jahrhundert abgebaut, man nannte dies aber noch nicht Bergbau, sondern Kohlengräberei. Witten war der zentrale Ausgangspunkt für den Ruhrbergbau, erst im 19. Jahrhundert wurde die Kohle industriell abgebaut.

Seit 1957 gibt es eine Kohlekrise, die einen bis heute andauernden Strukturwandel zur Folge hat. Durch den verminderten Kohleabbau gingen auch die Steinkohleförderung und der Stahlbau immer mehr zurück. Heute findet der Bergbau nur noch in den Randzonen statt. Die Zeche Zollverein wurde mittlerweile zum Weltkulturerbe erklärt. Als Folge des Strukturwandels war auch der Beginn der Autoindustrie zu sehen, der mit Opel 1962 in Bochum begann. Die Einrichtungen der damaligen Bergbaue sind heute für Freizeitgestaltungen oder als Museum eingerichtet worden. Im Jahre 2010 war das Ruhrgebiet als Ruhr 2010 Kulturhauptstadt.

Vom Bergbau zum Tourismus

Mittlerweile wird das Ruhrgebiet als Tourismusregion vermarktet. Als Ausgangsbasis dafür dient die Route der Industriekultur, die die wichtigsten industriegeschichtlichen Stätten ansteuert. In den vielen Technik- und Industriemuseen können sich die Touristen über die Geschichte des Ruhrgebietes informieren. Die Theaterlandschaft im Ruhrgebiet ist ebenfalls vielfältig. Das Schauspielhaus Bochum und das Grillo Theater in Essen gehören zu den bekanntesten Schauspielbühnen. In Duisburg befindet sich die Deutsche Oper am Rhein. Starlight Express, das weltweit erfolgreichste Musical, wird seit 1988 in Bochum gespielt.



Schreibe einen Kommentar